Vajra und Glocke – Symbole für Weisheit und Mitgefühl

Im Vajrayana-Buddhismus gehören der Vajra (tibetisch: རྡོ་རྗེ་, Dorje) und die Glocke (དུང་གྱས་, Ghanta) zu den wichtigsten Ritual- und Meditationsgegenständen. Sie verkörpern die beiden untrennbaren Prinzipien des buddhistischen Weges: Weisheit und Mitgefühl.

Die Glocke steht für die Erkenntnis der Leere (Shunyata), die Einsicht in die wahre Natur aller Erscheinungen. Ihr klarer Klang symbolisiert die Unendlichkeit und Offenheit des Geistes. Der Vajra, auch „Diamantzepter“ genannt, repräsentiert unerschütterliches Mitgefühl, unzerstörbare Klarheit und die tatkräftige Umsetzung von Erkenntnis im Alltag. Seine Form mit fünf Zacken verweist auf die fünf Weisheits-Buddhas, die verschiedene Aspekte des erleuchteten Geistes verkörpern.

In der Praxis werden Glocke und Vajra nie getrennt verwendet. Sie stehen für das Zusammenwirken von Erkenntnis und Handlung. Weisheit ohne Mitgefühl bleibt leer, und Mitgefühl ohne Weisheit führt in die Irre. Beide ergänzen sich und weisen auf das Ziel aller buddhistischen Praxis hin: die Vereinigung von Weisheit und Mitgefühl.

Auch im Alltag tragen viele Praktizierende die Symbole als Anhänger oder auf einer Mala. So erinnern sie sich immer wieder an die zentrale Lehre des Vajrayana: die Verbindung von Erkenntnis und Herz.

Anleitung für die Meditation mit Vajra und Ghanta

In der Meditation hält man die Glocke in der linken Hand (Weisheit) und den Vajra in der rechten Hand (Mitgefühl). Während der Rezitation von Mantras wird die Glocke leicht geschwungen und der Vajra mit der rechten Hand auf Herzhöhe gehalten. Dies fördert das innere Gleichgewicht zwischen Erkenntnis und Handlung.

Praktische Einführung durch  Ven. Thupten Donyo vom Gyuto Vajrayana Center of San Jose (English):